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Er zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Westcoast Rock-History.
Vor allem die Eagles und Linda Ronstadt haben einen großen Teil ihres Ruhmes ihm zu verdanken.
Die Rede ist von Singer /Songwriter, Multi-Instrumentalist (und Produzent)
John David Souther, und über ihn zu schreiben, ist eigentlich eine undankbare Aufgabe, denn
J.D. Souther mag es nicht,
im Rampenlicht zu stehen, er mag es nicht,
gefeiert zu werden, und anerkennde oder gar ehrende Publikationen über ihn mag er schonmal gar nicht verbreitet wissen, vor allem nicht im Internet.
Aber wenn man sich mit der Geschichte des Southern California CountryRock befasst, dann kann
man diesen John David Souther nicht einfach so ausblenden.
Okay, Souther ist nicht gerade weltberühmt, ist also eine sogenannte relative Persönlichkeit der Rockhistorischen Zeitgeschichte. (zum Vergleich: als absolute Persönlichkeiten der Zeitgeschichte gelten z.B. Elvis Presley, die Beatles oder die Rolling Stones).
Doch dieser Singer/Songwrite, dessen Wurzeln eigentlich im Jazz und im Blues liegen und dessen Songwriter-Vorbilder dennoch Bob Dylan und Hank Williams sind, zählt in der Tat zu den einflussreichsten Persönlichkeiten zumindest in der Geschichte des Southern California CountryRock seit Beginn der 1970er Jahre.
John David Souther, der am 2. November 1945 in Detroit/Michigan das Licht dieser Welt erblickte,
hat unzählige Songs geschrieben, die aufgenommen wurden von Größen wie den Eagles & Linda Ronstadt, von Bonnie Raitt, Roy Orbison, James Taylor, Crosby Stills & Nash,
Warren Zevon und Joe Cocker. All die Erfolge, die diese großen Namen mit seinen Songs hatten, brachten ihm soviel Geld ein, daß es ihm leicht fallen musste, sein Ideal zu leben, ein Mann der Einsamkeit zu sein, der nicht im Rampenlicht stehen möchte,
der von sich sagt, dass er schwer zu finden und schwer zu fassen sein möchte.
Trotz seines Bestrebens, im Hintergrund zu bleiben, war er an den Tantiemen von mindestens über 100 Millionen verkauften Tonträgern beteiligt und konnte es sich leisten, eigene Alben mit großartigen Songs zu veröffentlichen ganz ohne kommerziellen Erwartungsdruck.
Don Henley von den Eagles ist voller Lob für Souther, so sagte er:
"John David Souther war die primäre schöpferische Kraft hinter solchen Eagles Songs wie "The Best of My Love" und "New Kid In Town."
Glenn Frey ergänzte:
J. D. Souther gab seine besten Songs her, und wenn wir feststeckten und nicht mehr weiterkamen, konnten wir immer auf ihn zählen. Er hat uns jedesmal auf´s neue inspiriert, so daß wir es schafften, unsere Arbeit zu einem guten Ende zu bringen.
Aber da J. D. Souther, wie schon angemerkt, keine ehrenden Publikationen über ihn verbreitet wissen möchte, solls das schon gewesen sein mit dem Pathos (vielleicht).
Und wenn Sie das alles fertiggelesen haben, dann klicken Sie bitte gleich wieder woanders hin und erzählen dann auch bitteschön niemandem davon, vor allem nicht J. D. Souther.
Wesentliches in Kürze (und das in voller Länge)
Anfang der 70er Jahre wurden er, Glenn Frey und Don Henley enge Freunde.
Zusammen mit Glenn Frey gründete Souther im Jahre 1969 das Folk/CountryRock-Duo Longbranch Pennywhistle.
Das Duo veröffentlichte ein Album beim Label Amos Records.
aber die Geschichte lief nicht so, wie die beiden es sich vorstellten, und so überlebte
Longbranch Pennywhistle nicht ganz ein Jahr.
Seine erste echte Band war danach die Souther-Hillman-Furay Band, eine von David Geffen zusammengewürfelte Formation.
Der Gründer von Asylum Records dachte damals, das aus dem Zusammenspiel der kalifornischen CountryRock-Legenden Chris Hillman & Richie Furay mit J.D. Souther ein Selbstläufer und eine CountryRock-Supergruppe werden würde.
Diese Formation konnte trotz der großartigen handwerklichen Qualität der einzelnen Protagonisten, dem Anspruch, eine Supergruppe zu sein, nicht genügen.
Wenn Sie also irgendwo lesen sollten, z.B. bei Wikipedia, die Souther-Hillman-Furay Band wäre eine Supergruppe gewesen, dann vergessen Sie diesen Unsinn am besten gleich wieder,
denn diese Truppe war alles andere als eine Supergruppe.
Sogenannte Supergruppen waren bzw. sind z.B. Queen, Chicago, die Rolling Stones, Genesis, ELO oder die Eagles, um nur einige zu nennen, die SHF-Band, die bis Mitte der 70er Jahre lediglich 2 Alben veröffentlichte und danach an diversen bandinternen Meinungsverschiedenheiten zerbrach, gehört wahrlich nicht in diese Kategorie.
Souther, der alles andere ist als ein Teamplayer, hat sich bei diesem Geffen-Projekt Supergruppe auch niemals wirklich wohl gefühlt, und so blickt er heute nur noch mit Schaudern auf diese Zeit zurück.
Aber David Geffen hatte, wie man allgemein weiß, ja längst seine Supergruppe bekommen,
womit wir dann schon wieder bei den Eagles angekommen wären.
In der Tat hätte Souther ein Mitglied der Eagles sein können,
doch irgendwie war das nicht sein Ding, so sagte J.D. Souther u.a. wie folgt:
"das hätte keinem von uns wirklich etwas gebracht, die Eagles brauchten mich nicht in der Band und ich wollte nicht unbedingt in einer Band spielen.
Ich war Teil dieser Band auf eine Weise, die am besten für uns alle gewesen ist.
Ich wollte niemals verantwortlich sein für noch 4 oder 5 andere Leute.
Ich denke, Demokratie ist die beste Sache, wenn es darum geht, ein Land zu führen, aber nicht die beste Sache, um künstlerisch voranzukommen."
Ein weiterer Grund, sich nicht fest in einer Band zu engagieren, war seine Abneigung gegen den Tourstreß.
Die Vorstellung, ständig "on the road" zu sein, war überhaupt nicht nach seinem Geschmack, J.D. Souther wörtlich: "Ich wollte nur zu Hause bleiben und schreiben."
Und zuhause beim Songschreiben liess er sich inspirieren von seinen Songwriter-Idolen
Tim Hardin, Bob Dylan und Hank Williams.
Souther sagte einst über deren Arbeiten:
"Es war ein Schritt weg vom Pop-Songwriting, wo es nicht auf die Inhalte ankam, sondern nur darauf, daß sich die Songs reimen.
Diese Songwriter demonstrierten, daß man den Songs Inhalt geben kann, man seinen Visionen Ausdruck verleihen kann, ohne ständig darauf zu achten, daß sich die Worte ja nur reimen."
Doch nicht alleine nur solche Größen wie Bob Dylan und Hank Williams übten einen starken Einfluss auf J. D. Souther aus. Zu Beginn der 70er Jahre wurde er in seinen Auffassungen als Singer/Songwriter bestärkt von dem jungen Jackson Browne, der damals mit ihm und Glenn Frey im gleichen Haus in Los Angeles lebte.
Es war diese Art von introvertiertem Songwriting, die mir sehr gefallen hat und die auch meinem Naturell entsprach...” so J. D. Souther wörtlich.
Außerdem ging es mir auch um Langlebigkeit, und ich war mir sicher, daß Glenn Frey und Jackson Browne genauso dachten. Wir wollten Songs schreiben, die überdauern, dies war uns wichtiger, als für den schnellen kommerziellen Erfolg inhaltslose Songs abzuliefern.
Was mich betrifft, ich wollte Songs schreiben, die mich überleben.
In seinem Bestreben, eben diese Art von Songwriting zu praktizieren und seinen Songs
Tiefe und Inhalt zu verleihen, hat J. D. Souther, wie Jackson Browne oder auch Dan Fogelberg, dem Westcoast/CountryRock eine eigene,
ganz spezielle Note hinzugefügt.
Typisch für ihn sind seine wunderschönen Balladen, die er einerseits immer mit einer wirklich sehr starken Zuckerschicht versehen hat, die aber dennoch immer sehr frisch klangen durch diesen ganz dezenten Roy Orbison-Einschlag und einem Schuß Melancholie.
You´re Only Lonely, Black Roses/White Rythm & Blues, Her Town Too mit James taylor oder Go Ahead And Rain On Me.
Dabei hatte Souther das große Talent, in diesen Balladen auch noch die Erinnerung an den Zauber und die pure Romantik der schönsten amerikanischen Balladen der 50er und 60er Jahre lebendig werden zu lassen,
an slow dancing, swayin´ to the music und lange Spaziergänge in einer endlosen lauen Vollmondnacht mit der Liebsten am Strand von Pensacola.
...Cause you´re the face i will always see
When i close mey eyes and dream
Ooh why don´t you love me anyway
Won´t you do what your little heart´s tryin´to say
Baby go ahead and rain on me
Cause things will never be the same again
Baby go ahead and rain on me...
J. D. Souther war und ist eben auch ein geborener Romantiker, das verband ihn mit dem großen und leider viel zu früh verstorbenen Roy Orbison, den J. D. seit seiner Jugend immer sehr bewunderte.
"Ich liebte Roy schon seit meiner frühesten Jugend, ich wollte immer so singen können wie er,"
erzählte Souther.
"Für mich war er immer der Pavarotti der Rockabilly-Music,
obwohl er ja eigentlich keinen reinen Rockabilly spielte..."
An dieser Stelle sei angemerkt, das Luciano Pavarotti der absolute Lieblingssänger von J. D. Souther ist, wobei der allerdings keinen Einfluß auf Southers eigene Musik hatte.
J. D. Souther feierte sein Comeback als Solokünstler im Jahre 2008 mit seinem Album
"If The World Was You."
Mit diesem Longplayer knüpfte Souther an seine eigentlichen Wurzeln an, die im Jazz-u. Blues liegen.
Dieses Album ist grob gesagt einerseits dem Einfluss von Miles Davis und John Coltrane geschuldet und in seiner
instrumentalen Ausgestaltung irgendwo angesiedelt in einem breiten Spektrum zwischen solchen Horn-Section Bands wie Chicago und Southside Jonny & The Asbury Jukes, hatte also rein nichts zu tun mit dem klassischem 70er Jahre CountryRock und seinen früheren Solo-Alben John David Souther (1972), Black Rose (1976), You´re Only Lonely (1979) & Home by Dawn(1984).
Doch auch wenn es scheint, daß Souther den CountryRock hinter sich gelassen hat,
gibt er unumwunden zu, daß er die Zeiten im Studio vermisst, als Linda Ronstadt, Bonnie Raitt, Warren Zevon und Lowell George bei ihren Albenaufnahmen sich gegenseitig beeinflusst haben und gegenseitig von den Energien und den Talenten der Anderen profitiert haben.
Aber vielleicht sind diese Zeiten doch nicht ganz vorbei, all die wunderbaren Singer/Songwriter, Bands und Sängerinnen dieser Ära haben soviel großartige Werke hinterlassen, Werke, an denen J.D. Souther ja zu einem nicht gerade unbedeutenden Teil beteiligt war, und vielleicht entstehen bald neue großartige Werke.
So einfach kann J. D. Souther nämlich nicht vom Westcoast-Sound und vom Schreiben lassen.
2011 war es dann soweit, J. D. Souther begab sich tatsächlich wieder ins Studio und liess die alten Zeiten kalifornischer
Rock-History wieder aufleben, als er mit Linda Ronstadt und den Eagles Musikgeschichte schrieb.
Das Album Natural History enthält 11 seiner unsterblichen Klassiker in neuem Gewand.
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