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Er ist nicht nur einer der großen Gitarristen der Rockhistory, er zählt auch zu den wenigen Gitarrenkünstlern,
die in Verbindung mit der berühmten Fender Stratocaster Kultstatus erlangten. Durch sein fast 40jähriges Wirken als Gitarrist, Multi-Instrumentalist, Sänger, Songautor & Produzent, durch seine Zusammenarbeit mit der James Gang und den Eagles und nicht zuletzt durch seine berühmten Live-Versionen von Life´s Been Good mit den Eagles hat er sich selbst ein Denkmal gesetzt.
Die Rede ist von Joe Walsh, der am am 20. November 1947 (Sternzeichen Skorpion) in Wichita/Kansas das Licht dieser Welt erblickte und der von seinen Eltern den Vornamen Joseph Fidler verpasst bekam.
Schon in seiner Jugendzeit kam er schon ganz schön herum und wuchs an mehreren Orten auf,
so in Columbus/Ohio, New York City und in Montclair/New Jersey.
Er besuchte das College an der Kent State Universität in Ohio, wo er im Jahre 1968 erstmals als Musiker öffentlich in Erscheinung trat, als Mitglied der legendären James Gang.
Während dieser Zeit bestand bestand die Gang aus Joe Walsh (Gitarrist & Leadsänger),
Jim Fox (Schlagzeuger) sowie Tom Kriss (Bassist).
Er passte gut zu dieser von Bill Scymzyk produzierten Formation, die sich nach den Outlaw-Westernhelden Frank und Jesse James benannte.
Diese Formation veröffentlichte dann auch schon im Jahre 1969 ihr erstes Album mit dem Titel
Yer’ Album. Bassist Tom Kriss verliess danach die Band und wurde durch Dale Peters ersetzt.
In dieser Besetzung startete die James Gang in ihre substanziell stärkste und erfolgreichste Phase.
Joe Walsh´s dynamisches und kreatives Spiel mit seinen berühmt-eingängigen Gitarrenriffs machte die Band unvergesslich und brachte ihm nebenbei auch noch die Bezeichnung
"Phantom Of Kent State" ein.
Förderlich für die James Gang war ihr Engagement als Vorgruppe für The Who bei einem Konzert in Pittsburgh.
Pete Townsend war vor allem äusserst angetan von Joe Walsh, was die britische Rock-Legende dazu brachte,
beim Management von THE WHO durchzusetzen, die James Gang für die damalige WHO-Tournee durch England als Vorgruppe zu engagieren.
Die James Gang blieb bis zum Ende des Jahres 1971 zusammen und veröffentlichte mit
James Gang Rides Again (1970) und Thirds (1971) zwei weitere respektable Studioalben, die u.a. solche Klassiker wie “Funk #49” & “Walk Away” hervorbrachten.
Obwohl man gut miteinander zurechtkam und das Zusammenspiel der Band recht gut funktionierte, drängte es Joe Walsh, nach neuen Ufern Ausschau zu halten und seinen Horizont zu erweitern.
Und so verließ er die Gang nach der Veröffentlichung ihres Live-Albums
James Gang Live in Concert 1971, um eine Solokarriere zu starten.
Kaum hatte er die James Gang verlassen, gründete Joe Walsh unter Zuhilfenahme von Joe Vitale & Kenny Passarelli im Jahre 1972 sein Projekt namens Barnstorm.
Das erste Album, von Bill Szymczyk produziert, wurde dann auch lediglich mit dem Namen Barnstorm betitelt.
Walsh stellte bei dieser Produktion eindrucksvoll seine Vielseitigkeit unter Beweis.
Als Hauptsongautor des ersten Barnstorm-Longplayers schrieb er 8 der insgesamt 10 Songs, besorgte die Lead Vocals und überzeugte sowohl an der Gitarre als auch an Keyboards und Synthesizern.
Wenngleich The Smoker You Drink, The Player You Get (1973) eine andere Besetzung vorwies als das Vorgängeralbum, so bildeten Kenny Passarelli und Joe Vitale auch beim zweiten Barnstorm-Album zusammen mit Walsh den harten Kern des Projekts.
Dieses Album bedeutete für Walsh so etwas wie einen Durchbruch, denn es lieferte mit Rocky Mountain Way einen Klassiker der amerikanischen Rockhistory ab, der Song lief rauf und runter im US-Radio und markierte mit # 23 Walshs erste Notierung in den Top 40 Single Charts.
Zu Rocky Mountain Way inspiriert wurde Walsh durch einen Umzug nach Colorado mit seiner Frau Stephanie und seiner kleinen Tochter Emma Kristen.
Tragischerweise kam Emma Kristen 1974 bei einem Autounfall auf dem Weg zum Kindergarten
ums Leben. Über diesen Schicksalschlag ist Joe Walsh bis heute nicht hinweggekommen,
auch wenn er auf der Bühne und in der Öffentlichkeit einen anderen Eindruck hinterlässt.
Im Gedenken an sein kleines Mädchen hat er einen Springbrunnen in ihrem Lieblingspark in Boulder errichten lassen, versehen mit einer einfachen Inschrift.
Er schrieb auch ein Lied für seine Tochter mit dem Titel Song For Emma,
zu finden auf seinem 74er Album So What (eingespielt mit u.a. Don Henley, Glenn Frey, Randy Meisner, John David Souther & Dan Fogelberg).
Zur Namensgebung erklärte Walsh, daß der Titel dieses Albums aus diesem tragischen Ereignis resultierte.
Nichts in den darauffolgenden Monaten hatte noch irgendeine Bedeutung für ihn.
Letzen Endes wurde die seelische Belastung für Joe und seine Frau Stephanie so groß, daß ihre Ehe daran zerbrach.
Im Jahre 1976 traf Walsh dann die Entscheidung, in Los Angeles einen Neuanfang zu wagen.
Er konnte und wollte nicht mehr in Colorado bleiben, die Erinnerungen an seine privaten Schicksalschläge machten es ihm unmöglich, dort weiterzuleben.
In Los Angeles nahm Walsh die Arbeit wieder auf und spielte sein erstes Live-Album ein.
Bei dieser Produktion, betitelt mit You Can't Argue With a Sick Mind, waren u.a. auch Don Felder, Glenn Frey und Don Henley als Gastmusiker mit von der Partie, und irgendwie
lag es schon in der Luft, das Joe Walsh auf kurz oder lang dem Eagles-Clan beitreten würde.
Walsh verspürte auch keine große Lust mehr, ohne eine feste Band als Solokünstler unterwegs zu sein und hielt Ausschau nach der passenden Formation, und bei dieser künstlerischen und privaten Nähe zu den Eagles und Produzent Bill Scymzyk brauchte es eigentlich nur noch die passende Gelegenheit, und die kam, als Bernie Leadon bei den Eagles ausstieg.
Don Henley, Glenn Frey & Bill Scymzyk waren sich schnell einig mit Joe Walsh und ein bedeutendes Kapitel Rockhistory wurde aufgeschlagen.
Die Eagles gingen in ihrer neuen Besetzung mit Joe Walsh auf Tournee nach Asien und Australien, und im Dezember des Jahres 1976 war es dann soweit, das legendäre Album Hotel California wurde veröffentlicht. Joe Walshs Gitarrenriffs bei Life In The Fast Lane waren einmal mehr bemerkenswert und
sein Gitarrenduell mit Don Felder beim Titelsong Hotel California nötigte selbst dem weltberühmten Dirigenten Leonard Bernstein die Bemerkung ab, das der Song ein neuer Klassiker sei.
Sein überaus erfolgreiches Engagement bei den Eagles hielt Joe Walsh nicht davon ab, sich nebenbei weiterhin als "Solo-Künstler" zu betätigen. Die lange Zeit, die die Eagles brauchten, um The Long Run zu produzieren, gab ihm dafür ja auch genügend Freiraum.
1978, also ein Jahr vor der Veröffentlichung des Eagles-Albums The Long Run,
brachte Walsh dann seinen legendären Longplayer But Seriously Folks heraus.
Ein Album, das kurioserweise eingespielt wurde mit Unterstützung von u.a. den Eagles Don Henley, Glenn Frey & Timothy B. Schmit unter der Leitung von Eagles-Produzent Bill Szymczyk.
Berühmt wurde dieses sogenannte "Solo-Album" vor allem durch den Klassiker “Life’s Been Good”, ein Song, der allerdings inzwischen in die Eagles-Masse übergegangen ist.
Don Henley sagte einmal sinngemäß über die Eagles, daß es bei Ihnen wie mit dem Wetter ist, mal regnet es,
und mal scheint die Sonne. Als Joe Walsh zum festen Bestandteil der Eagles wurde, war das Wetter zumindest wechselhaft, und sein Engagement bei den Eagles sollte an den unregelmäßigen klimatischen Verhältnissen nicht wirklich viel ändern.
Innerhalb der Band hatte es ja schon vor der Hereinnahme von Walsh diverse Streitigkeiten
gegeben. Es dauerte dann auch nicht lange, bis der legendäre Gitarrist durch sein Verhalten eine vorübergehende Schlechtwetterfront über dem Adlerhorst heraufbeschwor.
In Walsh hatte sich nach einiger Zeit bei den Eagles etwas Unzufriedenheit breitgemacht.
Seiner Meinung nach waren Glenn Frey und Don Henley nicht kreativ genug,
wenn es darum ging, die Eagles-Band substanziell weiter voranzubringen.
Seine damalige Frustration führte soweit, so daß er tatsächlich in Erwägung zog,
mit Randy Meisner und Don Felder eine neue Band zu gründen. Während Randy Meisner diese Idee gerne ernsthaft in die Tat umgesetzt hätte, machte Walsh
letzten Endes einen Rückzieher, weil er doch lieber im sicheren Nest der Eagles bleiben wollte.
Daß Walsh das ganze überhaupt ernst gemeint hatte, darüber lässt sich trefflich spekulieren,
vor allem, weil seine Entscheidung zugunsten der Eagles doch sehr eindeutig war.
Wie auch immer, das Verhalten von Joe Walsh führte jedenfalls zu weiterer Zwietracht bei den Eagles.
Don Henley war wegen dieser Geschichte und wegen Walsh´s zunehmenden Alkoholproblemen damals ziemlich verärgert und er bezeichnete Walsh als einen schleichenden Störfaktor.
Walsh dürfte diese Kritik allerdings als ziemlich unfair empfunden haben, kam sie doch von einem Kollegen, der zusammen mit Glenn Frey über die Jahre soviel Geld durch die Nase gezogen hatte, das man sich davon ein ganzes Land hätte kaufen können.
Was die Sorge um die Weiterentwicklung der Eagles betraf, so musste sich Joe Walsh nach einer Prügelei zwischen Don Felder und Glenn Frey nach einem Benefizkonzert im Spätsommer 1980 keine Gedanken mehr machen. Glenn Frey erklärte seinen Abgang und damit das Ende der Eagles, was wiederum zu einem bitterbösen Streit zwischen Frey und Henley führte,
der soweit ging, das Glenn Frey und Don Henley nur noch in Abwesenheit des jeweils Anderen das Studio betraten, um das legendäre Eagles Live-Album abzumischen, welches am 7. November 1980 veröffentlicht wurde und kurz vor Jahreswechsel von der Musikwelt als Abschiedsgeschenk und offizielles Ende der Eagles verstanden wurde, obwohl das damals nicht wirklich von den Eagles offiziell bestätigt wurde.
Interessanterweise war es Joe Walsh, der dann Anfang 1981 in einem Interview orakelte, daß die Band ganz sicher wieder zusammenkäme und daß sich die Bandmitglieder nur eine Auszeit genommen hätten, um diverse Soloprojekte zu verwirklichen.
Ein Jahr später wurde die Glaubwürdigkeit von Walsh´s Aussage jedoch schwer erschüttert,
denn 1982 war es soweit, die Eagles gaben offiziell ihre Trennung bekannt.
Ironie des Schicksals, Joe Walsh sollte dennoch Recht behalten, jedenfalls langfristig gesehen.
In den Achtziger Jahren veröffentlichte Walsh die Solo-Alben There Goes the Neighborhood (1981), You Bought It - You Name It (1983), The Confessor (1985), und Got Any Gum (1987).
Er heiratete erneut und bekam eine Tochter, Lucy, die wie ihr Vater den Weg einer Musik-Karriere eingeschlagen hat. Sie ist sehr vielseitig, spielt Keyboards, schreibt ihr eigenen Songs und arbeitete u.a. bereits mit Ashlee Simpson zusammen.
Ihr Debütalbum (2008) trägt den Titel "Lost In The Lights."
Leider scheiterte auch Walsh´s insgesamt 3. Ehe. Danach ließ er sich, wie auch schon vor ihm sein Eagles - Bandkollege Don Henley, auf eine Affäre mit Fleetwood Mac Frontfrau Stevie Nicks ein.
Nicks war damals zeitweise von ihrem übermäßigen Drogenkonsum gesundheitlich schwer angeschlagen.
Der Eagles-Gitarrist erwies sich in dieser Zeit als der beste Freund, den die Sängerin wohl jemals hatte. In dieser Zeit war er immer für Stevie da und brachte sie mit sanftem Druck und durch viele Gespräche dazu, sich in der Betty Ford Klinik therapieren zu lassen.
1984 führte Walsh Stevie Nicks in den Park in Boulder, um ihr den Springbrunnen zu zeigen, den er im Gedenken an seine verstorbene Tochter Emma Kristen dort 10 Jahre zuvor hat errichten lassen. Stevie Nicks thematisierte die Geschichte in ihrem Song "Has Anyone Ever Written
Anything For You", zu finden auf ihrem 1985er Album Rock A Little.
Daß es sich bei der Beziehung zwischen Walsh und Nicks um mehr als nur eine Affäre gehandelt hat, bestätigte Stevie Nicks im Jahre 2007 in einem Interview,
in dem sie Joe Walsh als die Liebe ihres Lebens bezeichnete.
1989 ging Walsh als Mitglied der Ringo Starr Allstar-Kombo auf Tour. In dieser Formation spielten neben Walsh und Ringo Star die Ausnahmemusiker Nils Lofgren & Billy Preston und später dann noch sein Eagles Bandkollege Timothy B. Schmit.
Außerdem produzierte der amerikanische Musiksender MTV mit Walsh eine Unplugged-Session.
1990 unternahm Joe Walsh dann tatsächlich den Versuch, die Eagles wieder zusammenzubringen. Leider stießen Walsh´s Bemühungen bei Glenn Frey und Don Denley auf wenig Gegenliebe. Die beiden Eagles-Gründer lehnten es ab, wieder mit ihm zusammenzuspielen. Henley und Frey konnten den Lebenswandel des genialen Gitarristen einfach nicht mehr ab.
Walshs´s Alkoholsucht hatte sich im Vergleich zu den letzten Jahren noch verschlimmert,
und er glitt 1991 dann zeitweise ziemlich ab.
Zwar produzierte er den Longplayer Ordinary Average Guy, gab aber in einem Interview zu verstehen, daß er keine Lust mehr hatte, noch großartig Promotionarbeit zu leisten.
Seinen Tiefpunkt hatte er schliesslich als Opening Act für ein Konzert der Doobie Brothers,
wo er bei der Hälfte seiner Songs ganze Textpassagen vergaß.
1992 schaffte er es zwar, mit Songs for a Dying Planet ein weiteres Album unter der Produzentenregie von Bill Szymczyk einzuspielen, ein Album, bei dem Walsh sich wirklich abmühte und auch 10 der 12 Songs selber geschrieben hatte, aber die Veröffentlichung geriet dann doch eher zu einem Flop.
Möglicherweise hatte damals kaum noch jemand daran geglaubt, aber für Joe Walsh sollte es wieder aufwärts gehen, und tatsächlich zeichnete sich ein Silberstreifen am Horizont ab.
Und damit sind wir im Jahre 1993 angekommen.
1993 ging es wieder nach oben, und was wiederum wohl keiner für möglich gehalten hatte, es bahnte sich in der Tat eine Eagles Reunion an, ausgelöst durch die Sturköppe Don Henley und Glenn Frey, die es geschafft hatten,
sich wieder zusammenzuraufen noch in der Phase, als bei Joe Walsh alles im Dutt schien.
Die beiden Eagles-Begründer unternahmen als Duo unter dem Pseudonym Party of Two
ein paar kleinere Touren zusammen (und angeblich lassen sich Don Henley und Glenn Frey noch heute für größere Festivitäten unter diesem Pseudonym engagieren).
Don Henley und Glenn Frey waren also wieder ein Team, und ihre Absage an Walsh´s Ambitionen einer Eagles-Reunion lag auch schon wieder 3 Jahre zurück, eine Zeit, in der man seine Ansichten durchaus ändern kann.
Und frei nach Konrad Adenauers Motto "was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern",
liessen sich die Eagles-Gründer von Countrysänger Travis Tritt 1994 dazu überreden,
für das Video zu seiner Coverversion des Eagles-Klassikers Take It Easy mit dem kompletten Eagles Line-up mitzuwirken.
Diese Sequenz brachte wiederum den amerikanischen Musiksender MTV dazu,
der Band das Angebot zu unterbreiten, für ihren Sender eine Unplugged-Session zu produzieren. Ganz offensichtlich fanden die Jungs Gefallen an diesem Gedanken, und weil sie mit zunehmendem Alter auch alle eitler geworden sind, fühlten sie sich von soviel Interesse und Aufmerksamkeit sicher sehr geschmeichelt. Tauwetter setzte ein, das Eis begann zu schmelzen.
Glenn Frey ermahnte außerdem noch seine Pappenheimer eindringlich, gefälligst nüchtern zu bleiben, ein Appell, der den Willen für die Eagles-Wiedervereinigung unterstrich, und der seine Wirkung nicht verfehlte, sie blieben nüchtern, insbesondere Joe Walsh, der nie aufgab und gegen seine Alkoholsucht erfolgreich ankämpfte, und dann fanden tatsächlich 2 MTV-Aufnahmesessions im kalifornischen Irvine Meadows statt.
Aus dem Material dieser Sessions entstand ein Album und eine TV-Show. Und da man ja erst wieder zusammenspielen wollte, wenn die Hölle zufriert, ging die Produktion mit dem Titel Hell Freezes Over an den Start.
Neben Live-Aufnahmen bekannter Stücke wurden dafür vier neue Studiosongs eingespielt.
Im Anschluss an diese Produktion gingen die wiedervereinigten Eagles auf eine Welttournee.
Diese Tour wurde für die Eagles zu einem wahrhaft gigantischen Triumphzug,
nicht zuletzt auch durch Joe Walsh, der eine künstlerische Wiedergeburt erlebte, er erhob sich wie Phönix aus der Asche, er hatte nicht nur nichts verlernt, er war besser als jemals zuvor.
Die ganze verdammte Band war besser als jemals zuvor.
Nach dieser 3jährigen Welttournee legte Walsh mit seinen Eagles wieder eine (wohlverdiente) Pause ein, die der Gitarrist dazu nutzte, seine neue Lebensabschnittsgefährtin, eine gewisse Denise, zu ehelichen. Die beiden bekamen zwei Söhne, doch leider ging auch diese Ehe wenig später in die Brüche.
1998 wurde Joe Walsh die große Ehre zuteil, zusammen mit komplett allen Musikern, die zur Eagles-Band zählten und zählen, in die Rock&Roll Hall Of Fame aufgenommen zu werden.
Doch nicht genug der Ehre, denn 3 Jahre später,
also im Jahre 2001, verlieh ihm die Kent State Universität die Ehrendoktorwürde im Fach Musik.
Seit 1999 geht Joe Walsh mit seinen Eagles immer wieder auf große Tourneen,
und seitdem sind massenweise Eagles-Compilations auf den Markt gekommen,
dazu eine Live-DVD, außerdem erschien eine etwa einstündige Sequenz des Eagles-Millenium-Konzerts, gepackt auf eine 4-CD-Box mit dem Titel Selected Works 1972 - 1999.
Im Jahre 2006 kamen die Eagles wieder nach Europa, wo sie für ihre "Farewell 1" Show nochmals vorstellig wurden. Vor dem Eröffnungskonzert in Barcelona kündigte Don Henley zur großen Freude der weltweiten Fangemeinde an,
daß es endlich ein neues Album geben werde, spätestens an Weihnachten 2006, sofern die Bandmitglieder es schafften, sich nicht vorher gegenseitig umzubringen.
Ende 2007 veröffentlichten die Adler dann ihr langerwartetes Studioalbum
Long Road Out Of Eden, ein Album, mit dem nicht nur Joe Walsh, sondern die ganze Eagles-Band am Ende ihres 6. Lebensjahrzehnts in künstlerischer Bestform aufwartete.
Joe Walsh und die gesamte Eagles-Band,
und Long Road Out Of Eden ist ein Beleg dafür, sind wie ein edler Wein, je länger er reift, umso grandioser wird er, und wie bei edlen Weinen,
können das vor allem die echten Kenner schmecken und beurteilen.
Joe Walsh hat im Laufe des vergangenen Jahrzehnts auch diverse Sachen außerhalb der Eagles gemacht, ist als Solist bei diversen großen Festivals aufgetreten, auch bei Benefizveranstaltungen wie Eric Clapton’s Crossroads Guitar Festival anno 2004.
Zwei Jahre später unternahm er mit seiner alten Formation, der legendären James Gang,
eine kleine Konzerttournee. Bevor er sich mit den Kollegen der Eagles-Band ans Werk für Long Road Out Of Eden machte, sprach er einem Interview von Planungen für ein weiteres Solo-Album, wenn er den ganzen Streß mit den Long Road Out Of Eden Tourneen hinter sich gebracht habe.
Übrigens hat Joe Walsh in der Zwischenzeit zum insgesamt fünften Mal geheiratet,
und zwar die holde Marjorie Bach, eine Schwägerin von Ringo Starr.
Der Kultgitarrist, der im November 2010 seinen 63. Geburtstag feiern kann, wird uns trotz seines nicht mehr ganz so jungendlichen Alters auch als Künstler erhalten bleiben, denn er hat fest versprochen, sich noch nicht aufs Altenteil zurückziehen zu wollen.
Kurioses
und Anekdoten Walsh war gut befreundet mit dem viel zu früh
verstorbenen Schauspieler John Belushi. In dem Kultfilm
Blues Brothers spielte Joe Walsh einen Mithäftling, zu sehen
bei Jailhouse Rock am Ende des Films.
Der leidenschaftliche
Funkamateur leidet unter der "eBay Krankheit." Er hat sogar
Soundchecks verpasst weil er noch ein letztes Angebot machen
wollte. "Nicht, dass ich irgendetwas
davon brauche, aber ich will nicht, dass es jemand anders
bekommt" Wochen später fragt er sich,
was er mit dem Zeug machen soll, dann tröstet ihn der Gedanke,
das es der andere nicht bekommen hat.
In einem Interview anlässlich der Long Road
Out Of Eden Tour der Eagles Ende des Jahres 2007 erwähnte Walsh,
er war nur einmal im Leben betrunken, aber das 30 Jahre lang.
Andere Drogen hat er jedoch nie angerührt, ganz im
Gegensatz zu den restlichen Eagles. Man muss nicht näher
darauf eingehen. Walsh hat sich inzwischen geändert, wie
auch seine Bandkollegen. Er stemmt Gewichte im
Fitness-Studio und sagt: "Ich achte jetzt
auf mich." Walsh ist seit 1995
abstinent.
James
Gang / Barnstorm / Solo-Alben
James Gang - Yer' Album (1969) James
Gang Rides Again (1970) Thirds (1971) James Gang
Live in Concert (1971) Barnstorm (1972) The
Smoker You Drink, the Player You Get (1973) So What
(1974) You Can't Argue with a Sick Mind (1976)
But Seriously Folks (1978) There Goes the
Neighborhood (1981) You Bought It, You Name It
(1983) The Confessor (1985) Got Any Gum?
(1987) MTV Unplugged (1990) Ordinary Average Guy
(1991) Songs for a Dying Planet (1992)
Compilations
The Best of Joe Walsh (1978) Rocky
Mountain Way (1985) Look What I Did! (1995) Joe
Walsh's Greatest Hits - Little Did He Know... (1997)
Singleauskopplungen
Rocky Mountain Way (Dunhill 4361; 1973)
Life's Been Good (Asylum 45493; 1978) All Night
Long (Asylum 46639; 1980) A Life of Illusion (Asylum
47144; 1981) The Waffle Stomp/Things (Full Moon
69951; 1982) Space Age Whiz Kids/Theme from Island
Weirdos (Full Moon 29611; 1983) The Radio Song/How Ya
Doin'? (Warner Bros. 28304; 1987)
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