Musikwissen / Rita Coolidge Portrait in deutscher Sprache präsentiert von lindaronstadt.de

Eine schillernde Persönlichkeit, jedoch niemals ein Glamourstar.

Die Karriere dieser aussergewöhnlichen Künstlerin begann bereits gegen Ende der Sechziger Jahre an der amerikanischen Westküste.
Ihre erste, in kleiner Auflage erschienen Single "Turn Around And Love You" geriet zu einem echten Achtungserfolg und war einer der meistgespielten Songs in den Radiostationen von Los Angeles.
Ausgangspunkt bzw. Grundlage ihrer Karriere dürfte zu Beginn der Siebziger Jahre allerdings ihr Engagement als Backgroundsängerin bei einigen der grössten Namen der Rockhistory gewesen sein. Als Delta Lady trat sie u.a. an der Seite solch absoluter Grössen wie Graham Nash, Stephen Stills, George Harrison und Eric Clapton als Background und Chorsängerin sowohl On The Road als auch im Plattenstudio in Erscheinung.
Die Rede ist von Rita Coolidge, einer der besten und berühmtesten amerikanischen Rock/Pop-Sängerinnen vor allem der Siebziger Jahre.
In gleichem Masse wie u.a. Linda Ronstadt, Carly Simon, Carole King und Karla Bonoff hat Rita Coolidge den typisch weiblichen US-Sound dieses Jahrzehnts mitgeprägt.

Im Jahre 1971 konnte die bezaubernde Rita Coolidge mit ihren ersten beiden Solo-Alben Rita Coolidge und Nice Feelin' vor allem durch ihre umwerfende Stimme nachhaltig auf sich aufmerksam machen.
Absolute Berühmtheit erlangte die zweifache Grammy-Preisträgerin durch Riesenhits wie We’re All Alone, One Fine Day, Your Love Has Lifted Me Higher & Higher und last but not least vor allem durch den Welthit“ All Time High”, dem Titelsong des James Bond-Klassikers Octopussy.
International wurde sie dadurch als 100prozent radiokompatible Mainstream-Sängerin identifiziert, doch das ist sie in Wirklichkeit nie gewesen.
Sie hatte nur genügend künstlerische Substanz und gesangliche Klasse, um sich auch mit sogenanntem Mainstream-Sound qualitativ deutlich von der Masse abzuheben und, unabhängig von Stilen, alleine nur durch ihre Stimme ihren Wiedererkennungswert zu zementieren.
In Anbetracht ihrer 28 Solo-Alben in einem Zeitraum von über 3 Jahrzehnten und ihrem eigenen künstlerischen Anspruch, Klasse statt Masse abzuliefern, einem Anspruch, dem sie stets gerecht geworden ist, zählt sie viel mehr zur Liga der grossen Albumorientierten US-Rock/Pop-Gesangskünstlerinnen des 20. Jahrhunderts.
Mit ihrem von David Anderle produzierten 1977er Longplayer Anytime ... Anywhere verzeichnete sie den grössten Albumerfolg ihrer Karriere.
Diesen Erfolg wollte sie nicht nur wiederholen, sondern noch toppen.
Im Jahre 1980 war es dann soweit, Rita Coolidge versuchte mit einem neuen Produzenten Albenmässig ein neues Erfolgsjahrzehnt einzuläuten.
Dieser neue Produzent war kein Geringerer als der im Jahre 2011 mit 59 Jahren viel zu früh verstorbene ehemalige Linda Ronstadt Band-Frontmann Andrew Gold.
Dieses erste Album eines neuen Jahrzehnts brachte jedoch leider nicht den erwünschten und erwarteten kommerziellen Erfolg, weswegen Rita Coolidge ihren alten Produzenten Anderle wieder ins Boot holte. Es gingen dann noch einige Jahre ins Land und erst im Jahre 1983 konnte Rita Coolidge mit dem Album Never Let You Go aufwarten. Die Rückkehr ihres alten Produzenten brachte jedoch nichts ein, denn der erwartete und erhoffte kommerzielle Erfolg blieb auch hier aus.


Obwohl in der Countrymusic-Hochburg Nashville geboren, war und ist Rita Coolidge, genauso wie Linda Ronstadt, dem Genre Country nicht wirklich zuzuordnen. Daran ändert auch das gemeinsam mit Kristofferson aufgenommene Album Full Moon, welches tatsächlich Rang 1 der Billboard Country Album-Charts belegte, nichts.
Rita Coolidge ist überhaupt zu vielseitig, um sie stilistisch festlegen zu können. Mit ihrem künstlerischen Wirken in einem Zeitraum von 4 Jahrzehnten weist sie die grösste stilistische Nähe zu Sängerinnen in einem Spektrum von Carly Simon über Helen Reddy bis Linda Ronstadt auf.
Die Laufbahn von Rita Coolidge fördert zudem weitere erstaunliche Parallelen zu Linda Ronstadt zutage. Um ihren Traum einer Gesangskarriere zu verwirklichen, ging Rita Coolidge nach Los Angeles, und genauso wie Linda Ronstadt hat Rita Coolidge ein ausgeprägtes Faible für die Jazzmusik.
Als Rita vor einigen Jahren den Vertrag mit ihrem neuen Management unterzeichnete, setzte sie die Produktion eines Jazz-Albums an die oberste Stelle ihrer Wunschliste.
Rita Coolidge: Mein erstes Jazz-Album mit Barbara Carrol in den 70er Jahren war für mich eine wunderbare Erfahrung.
Ich liebe diese Jazzinterpretinnen schon seit jeher - Nancy Wilson, Rosemary Clooney, Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan und ganz besonders Peggy Lee, die ich schon im Alter von 3 Jahren bewunderte. Ich wollte schon immer zur Jazzmusik wechseln und bin zutiefst dankbar, das Produzent John Burk an mich glaubte und es mir ermöglichte, dieses Album (And So Is Love/2005) zu produzieren."


Rita Coolidge wurde nicht alleine nur zu einem Begriff und einer festen Grösse der Rock/Pop-History. Ihre Vielseitigkeit brachte sie auch zu diversen Engagements als Filmschauspielerin, so z.B. in Pat Garrett and Billy the Kid (mit Kris Kristofferson), Convoy (mit Kris Kristofferson) sowie
A Star Is Born (mit Barbra Streisand).


WALELA
Gegen Mitte der Neunziger Jahre hat Rita Coolidge zusammen mit ihrer Schwester Priscilla Coolidge und deren Tochter Laura Satterfield ein neues musikalisches Kapitel aufgeschlagen. Dieses Kapitel trägt den Namen WALELA. Der Name WALELA hat seinen Ursprung in der Sprache der Cherokee-Indianer und bedeutet übersetzt Kolibri.
Mit WALELA repräsentieren die Damen Coolidge und Satterfield die Traditionen und den Spirit (Geist) ihrer direkten Vorfahren, der amerikanischen Ureinwohner des Cherokee-Stammes.
Zum erstenmal trat die Formation WALELA 1994 auf Robbie Robertsons Red Road Emsemble Album "Music for Native Americans" in Erscheinung. Mit ihren brillianten stimmlichen Fähigkeiten verliehen die 3 Damen darauf dem "Cherokee Morning Song" eine ganz besondere Note.
Den ersten wirklich bedeutenden Auftritt hatten sie als WALELA im Jahre 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta, wo sie als offizielle Repräsentantinnen sowohl der Cherokee Nation als auch der Vereinigten Staaten von Amerika auftraten. Ihr WALELA-Debüt-Album kam jedoch relativ spät, erst im Jahre 1998, auf den Markt. Für dieses Album bekamen die drei Sangesgrazien den Nammy Award verliehen. Der Nammy (Native American Music Award) hat die gleiche Wertigkeit wie der Grammy und wird vergeben an Künstler, die mit ihrer Musik den Geist, die Traditionen, die Kultur und die Sprache der amerikanischen Ureinwohner zum Ausdruck bringen.
WALELA erhielt zwei Nammy`s in den Originalkategorien Debut Artist of the Year und Song of the Year (The Warrior).
Einen weiteren Nammy in der Originalkategorie Best Short or Long Form Video erhielt WALELA für ihr Live-Video, welches als DVD mit dem Titel WALELA Live In Concert erschienen ist.
Das letzte Album von WALELA trägt den Titel Unbearable Love.


Privates
Geboren wurde Rita Coolidge als dritte und jüngste Tochter eines Predigers am 1. Mai 1945 in Nashville, Tennessee.

Am 19. August 1973 heiratete Rita Coolidge in Malibu (Kalifornien) den legendären Schauspieler, Sänger und Highwayman Kris Kristofferson
Mit ihm zusammen nahm sie die Alben Breakaway (1974) und Natural Act (1978) auf, und beide gingen dann auch oft gemeinsam auf Tournee.
Kristoffersons Alkoholabhängigkeit stürzte das Paar im Laufe der Zeit jedoch in eine schwere Krise, was zu ihrer Scheidung 2. Dezember 1979 führte.

Clip zum Portrait: Rita Coolidge live mit der wunderschönen Ballade Don`t Cry Out Loud (1979)

Rita Coolidge Text-Diskographie


Alben/LPs:

Rita Coolidge (1971)
Nice Feelin' (1971)
The Lady's Not For Sale (1972)
Fall Into Spring (1974)
It's Only Love (1975)
Anytime ... Anywhere (1977)
Radio Special (1977)
Love Me Again (1978)
Satisfied (1979)
Beautiful Evening - Live in Japan (1980)
Fool That I Am (1980)
All About Rita Coolidge (1981)
Never Let You Go (1983)
Love From Tokyo (1984)
Good Old Days (1984)
Inside The Fire (1984)
Fire Me Back (1990)
Dancing With An Angel (1991)
Love Lessons (1992)
All Time High (1993)
For You (1993)
Someday (1994)
Cherokee (1995)
Behind The Memories (1995)
Out Of The Blues (1996)
Letting You Go With Love (1997)
Thinkin' About You (1998)
And So Is Love (2005)

     Compilations:

     Greatest Hits (1981)
     The Very Best Of (1981)
     Classics Volume 5 (1987)
     A & M Gold Series (1991)
     The Collection (1995)
     The Millennium Collection:
     The Best Of (2000)
     The Universal Masters Collection (2001)
     Book Of Songs (2001)
     Delta Lady - The Anthology (2004)


     Alben mit Kris Kristofferson:

     Full Moon (1973)
     Breakaway (1974)
     Natural Act (1978)


     WALELA
     WALELA (1998)       Unbearable Love (2000)
         

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